Kann man Google noch entkommen?

Google ist heutzutage allgegenwärtig: Unzählige Menschen nutzen die Dienste des Internet-Gigants, von der Suchmaschine, über YouTube, den E-Mail-Service Gmail, den Browser Chrome, Google Kalender, Google Drive, StreetView, Google Maps, Docs, Google Picasa, AdWords, AdSense, Hangouts usw.

Diese Machtdominanz ist bereits so groß, dass sie höchste Behörden beschäftigt: Im November 2014 verabschiedete das Europäische Parlament einen Antrag, der vorsieht, Suchmaschinen von kommerziellen Dienstleistungen zu entflechten, was letztlich eine Zerschlagung des Unternehmens bedeuten würde.

Zuvor erregte der Europäische Gerichtshof mit der Durchsetzung des „Rechts auf Vergessenwerden“ Aufmerksamkeit. Nun, im Zuge der Vorbereitung auf Googles Steuerstreit, will die Europäische Kommission Behauptungen über wettbewerbswidrige Praktiken (Google Shopping und Googles Handy-Betriebssystem Android) von Google untersuchen – laut Google sind die Behauptungen unbegründet. Googles Kritik sind überzeugt, dass Google seine Nutzer ausspioniert und Websites in den Suchergebnissen nicht wenig minderwertigen Inhalten abstraft (für viele sind die Suchergebnisse über die Jahre alles andere als besser geworden), sondern um diese zur Nutzung Werbeanzeigen (AdWords) zu drängen.

Einige sehen die Bemühungen, den Internetriesen zu zähmen, als aussichtslosen Kampf des „alten Europa“ gegen „Silicon Valley“: In den letzten 15 Jahren hat Google problemlos Käufe im Wert von 24 Mrd. US-Dollar getätigt – dazu gehörten YouTube, Doubleclick und Motorola.

Immerhin läuft nicht immer alles nach Googles Plan: Die US-amerikanische Bundeshandelskommission ermittelt schon länger im Fall „Android“. Im Jahr 2014 wollte Google den Spiele-Streaming-Dienst Twitch kaufen, ließ es jedoch sein – mutmaßlich aufgrund der negativen Bewertung der Kartellaufsichtsbehörden.

Die Grundfrage, wie man Monopole reguliert, bleibt eine äußerst schwierige Frage.

Viele rufen dazu auf, Google zu boykottieren, doch oftmals sind es nur heuchlerische Aufrufe, denn es ist äußerst schwierig in der heutigen Arbeitswelt überhaupt keine Google-Dienste zu nutzen – man würde sich schlicht nicht arbeiten können.

Was also kann man als Teil der Arbeitsgesellschaft überhaupt tun? Einerseits kann man statt Google Chrome einen anderen Internet-Browser nutzen sein – Alternativen gibt es viele (Firemox, Opera, etc.).

In Sachen Suchmaschine ist DuckDuckGo eine lohnenswerte Alternative – deren Macher beteuern, dass sie wir keine persönlichen Daten sammeln und damit auch keine weitergeben können. Bing ist eine andere Alternative, doch in Augen vieler ist diese Suchmaschine deutlich schlechter als Google. Außerdem würden auch hier persönliche Daten gesammelt und ausgewertet werden. Ixquick will die „diskreteste Suchmaschine der Welt sein“ und verspricht, keinerlei Daten des Nutzers bei der Suche zu speichern.

Der Verzicht auf YouTube ist an sich unproblematisch, auch Gmail scheint entbehrlich zu sein.

Wer Google nicht gänzlich boykottieren will, kann auch anders vorgehen. Zum Beispiel, indem man das Browser-Add-on AdBlock installiert und damit keine Werbeanzeigen mehr sieht, über die Google Geld verdient.

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