VPN: Die praktische Alternative zum Tor-Netzwerk

VPN-Netzwerke

Das Tor-Netzwerk gilt als das ultimative Tool zur Anonymisierung von Internet-Verbindungsdaten. Dem dezentral organisierten System, das sich in Zeiten einer immer stärkeren Überwachung einer immensen Popularität erfreut, haftet allerdings ein Ruf an, der – gelinde gesagt – verbesserungswürdig ist. Dies hat vor allem damit zu tun, dass Kriminelle sich gerne des Tor-Netzwerks bedienen, um illegale Geschäfte (etwa im Bereich des Waffen- und Drogenhandels) abzuwickeln.

Einer der grössten Nachteile des Tor-Systems ist die relativ komplizierte Installation. Ohne den sogenannten Onion-Proxy – ein Client, der vor der Benutzung aufgespielt werden muss – läuft bei Tor nichts. Es folgen einige weitere Schritte, die für den Normalverbraucher nur schwer nachvollziehbar sind. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Anwendungssoftware „TOR“ Flash unterdrückt, weshalb ein Grossteil der im Netz verfügbaren Videos nicht ohne Weiteres abspielbar sind.

Eine interessante Alternative stellt das Virtual Private Network (VPN) dar. Über eine verschlüsselte Verbindung („Tunnel“) sendet der User seine Anfrage an eine Zwischenstation, nämlich den Server des VPN-Providers. Dieser leitet sie an die Webseite weiter, die der Nutzer aufrufen möchte. Der Clou: Der User erhält eine neue, anonyme IP-Adresse. Die vom eigenen Rechner gesendeten Daten, zum Beispiel Zahlungsdaten oder Passwörter, stecken gewissermassen in besagtem Tunnel fest und können von aussen nicht eingesehen oder abgegriffen werden.

Nicht jeder VPN-Anbieter ist vertrauenswürdig

Der Knackpunkt bei der Nutzung eines VPN ist der Provider. Im Gegensatz zum Betreiber der Zielseite weiss dieser, wer der User ist und was ihn im World Wide Web interessiert. Aus diesem Grund ist man gut beraten, sich gut zu informieren, bevor man sich für einen der zahlreichen Anbieter entscheidet. Als vorbildlich gilt der Anonymisierungsdienst IPredator, der verspricht, nur solche Daten zu speichern, die der User bei der Registrierung angibt. Die komplizierte Firmenstruktur des zypriotischen Unternehmens, das seinen Serverpark bereits vor Jahren nach Schweden ausgelagert hat, ist nach Meinung von Experten ein bedeutender Vorteil.

Grosse VPN-Betreiber geraten schnell ins Visier der Behörden

Beliebte Dienste werden aufgrund ihrer grossen Bekanntheit schnell zum Ausspähziel von Behörden. Dies kann unter anderem zur Folge haben, dass Bezahldienste dazu übergehen, keine VPN-Betreiber mehr zu unterstützen – ähnlich wie bei Filesharing-Angeboten á la „Megaupload“. In der Mitte des Jahres 2013 stellte der schwedische Bezahldienst Payson Geldtransfers per Kreditkarte an IPredator ein. Als Grund für diese Massnahme wurden geänderte Richtlinien von Mastercard und VISA angegeben, Beobachter vermuten hinter der Aktion jedoch eine Einflussnahme von Seiten der Behörden. Auch PaysafeCard stellte im selben Jahr Zahlungen an IPredator ein.

Dauerproblem Vorratsdatenspeicherung

Die sogenannte Vorratsdatenspeicherung ist ein politisches Projekt, das inzwischen in vielen Ländern – trotz des Widerstandes der Bevölkerung – massiv vorangetrieben wird. Wer auf der Suche nach einem VPN-Provider ist, sollte sich daher vergewissern, dass die Server in einem Land stehen, wo es keine entsprechenden Gesetze gibt. Als User muss man sich voll und ganz darauf verlassen können, dass der Anbieter keine Verbindungsdaten aufbewahrt – ansonsten kann man sich die Gebühren, die umgerechnet bis zu 20 Franken im Monat betragen können, sparen. Ein Tipp für Sparfüchse: Wer günstig anonym surfen möchte, kann ein Jahresabo abschliessen und bekommt so einen Teil der Gebühren erlassen. Besonders preiswert sind momentan Abos von Cyberghost VPN (4,52 CHF/Monat) und Hotspot Shield VPN (1,95 CHF/Monat), dem nach eigenen Angaben meistgenutzten VPN-Dienst der Welt.

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